Süd-Marokko zur Weihnachtszeit

21.12.2019:

Abholung der Reiseteilnehmer am Flughafen in Agadir durch den ländererfahrenen Reiseleiter Rolf Nessing, der bereits seit einigen Jahren diese ausgesuchte Tour durch Süd-Marokko leitet. Nach dem Geldtausch am Flughafen (Bartausch bzw. Geldautomat) kurze Fahrt zum Hotel. Nach dem Einchecken gab es einen „marokkanischen Whiskey“ (marokkanischen Minzetee mit viel Zucker). Während dieser Teepause badeten eine Gebirgsstelze und einige Girlitze am Swimmingpool. Im Hotelgarten flogen lautstark Graubülbüls herum und lockten die Vogelfotografen aus unserer Gruppe vom Tee. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Oued Souss. Im Fluss suchten bis zu 104 Rosaflamingos nach Nahrung. Fischadler jagten über dem Fluss. Auf den Schlammbänken suchten Uferschnepfen, Brachvögel, Rotschenkel, Grünschenkel, Flussuferläufer, Sanderlinge, Austernfischer, Stelzenläufer, Sandregenpfeifer, Seeregenpfeifer und Temminckstrandläufer nach Nahrung. Vogel des Tages war unbestritten ein Triel, der uns bis auf wenige Meter heranließ ohne zu flüchten. Er vertraute seiner Tarnfärbung im Sonnenuntergang am Atlantik. Auf dem Rückweg saß wenige Meter vom Auto ein algeriensis-Raubwürger – eine hier am Atlanik heimische Unterart des Raubwürgers. Abendessen im Restaurant: Die Wahl zwischen Fischfilet mit Charmoula, aromatisiert mit Arganöl, Kartoffelpüree und knusprigem Gemüse oder Gegrilltes Kalbsentrecote, mariniert in Gartenrosmarin, Streichholzkartoffeln oder Hähnchenfilet mit Champignons und Sesam, grünen Bohnen und knusprigem Reis oder Die Pasta des Chefs oder Garten-Pesto Spaghetti oder Hühnchen-Pastilla nach Art eines Chefs mit Salat oder Gerstencouscous mit Rindfleisch, Tfaya und Gemüse oder Hühnertajine mit Oliven und kandierter Zitrone fiel uns wirklich nicht leicht.

22.12.2019:

Vormittags besuchten wir nochmals das Delta des Oued Sous. Mehr als 120 Rosaflamingos suchten hier nach Nahrung. In den Zwergsträuchern gelangen gute Beobachtungen und Fotos von Samtkopf-Grasmücken und Cistensängern, die teilweise sehr kooperativ waren und sich lange beobachten ließen. Ein größerer Schwarm mit über 100 Girlitzen suchte hier ebenfalls nach Nahrung.

Nach dem morgendlichen Vogelgucken am Oued Souss fuhren wir zu einem großen Supermarkt und deckten uns mit Getränken und Proviant für die nächsten Tage ein. Anschließend ging die Autofahrt Richtung Norden. In einer ehemaligen Arganölplantage, direkt am Atlantik machten wir bei schönstem Wetter unsere Mittagspause. Hier flogen beim Picknick einige Diademrotschwänze herum.

Das Kap Rhir am Atlantik war unser nächster Halt. Hier saßen Ringdrossel, Hausammer, Weidensperlinge, Diademrotschwanz und Trauersteinschmätzer gemeinsam auf einem Zaun. Die Fotografenfraktion hatte voll zu tun! Dann wurde endlich der Vogel des Tages gefunden (Dank an Ilona!): 22 Waldrappe suchten nur wenige Meter von uns und im besten Licht nach Nahrung. Sie ließen sich durch uns Fotografen nicht stören. Herrliche Vögel! 

Waldrapp auf Nahrungssuche (Foto: I.Börold, aufgenommen während einer VOGELZUG-REISE)


Den Nachmittag verbrachten wir an einem Flussdelta. Mindestens zwei Marmelenten und etwa 15 Moorenten konnten hier gesehen werden. An der Atlantikküste rasteten hunderte von Korallenmöwen und tausende von Heringsmöwen. Wir nutzten die Chance und lasen etliche Farbringe ab.

Zum Abendessen erfreute uns der marokkanische Salat, die Tajine mit Hähnchenfleisch sowie der Obstsalat. 

Marokkanischer Salat des Hauses (Foto: I.Börold, aufgenommen während einer VOGELZUG-REISE)


23.12.2019:

Die Fahrt ging auf guten und leeren Straßen durch das Vorgebirge des Hohen Atlasgebirges. Etliche Foto- und Beobachtungstops brachten einige algeriensis –Raubwürger, Palmtauben, Gleitaar, Maghreb-Elster, Trauersteinschmätzer, Einfarbstar, Hausammer, eine Senegaltschagra und eine Blaumerle sowie unsere täglichen Diademrotschwänze, Samtkopf-Grasmücken und Schwarzkehlchen. In den Palmenoasen trafen wir auf überwinternde Mönchs-, Klapper-, Gartengrasmücken und Zilpzalp. Etliche flinke Atlashörchen wurden gesehen und sogar fotografiert.

Am späten Nachmittag erreichten wir den Oud Massa Nationalpark. Hier konnten wir nochmals Gleitaare in den Palmen (wo sie offensichtlich nächtigen)  sehen. Auch Seiden- und Cistensänger, Weißstörche, Kuhreiher, Braune Sichler und Löffler ließen den Nachmittag schnell vergehen. Am Abend überflog unser Hotel lautstark ein Triel – das sollte sich hier jeden Abend so wiederholen.

Diademrotschwanz im Palmenhain (Foto: I.Börold, aufgenommen während einer VOGELZUG-REISE)


24.12.2019:

Am Oued Sous, auf dem Weg in den Nationalpark, konnten wir in einer Gruppe von etwa 30 Braunen Sichlern zwei Farbringe ablesen: beide Vögel stammten aus einer Brutkolonie in Spanien. Maurische Wasserschildkröten sonnten sich im und am Gewässer. Im Nationalpark konnten wir kurz Felsenhühner sehen und hören, dazu noch Steinkauz, mindestens 4 Senegaltschagras, Fahlsegler, Palmtaube, Kraniche, elf Limikolenarten, Gleitaar, Fischadler, einen jagenden Wüstenfalken und Marokko-Kormorane. Wir waren unzweifelhaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als unweit von uns eine Gruppe von 82 Waldrappen (!!) landeten – einen Anblick, den wir alle so schnell nicht vergessen werden!

An Weihnachten und den heutigen Heiligabend dachte bei Sonnenschein und +25°C wohl niemand aus unserer Gruppe. Ganz ohne Weihnachtsbrauchtum ging es aber auch nicht: Am Abend war für die Kinder des französisch-stämmigen Hotelbetreibers Bescherung unterm Weihnachtsbaum. Das Abendessen war –so wie immer – ganz hervorragend und mit marokkanischem Wein klang der Heiligabend unter Palmen aus.

25.12.2019:

Nach einem typischen marokkanischen Frühstück ging die Fahrt bei schönstem Wetter in den Anti-Atlas. Am Straßenrand gelangen gute Fotoaufnahmen der Maghreb-Elster. In der Nähe eines Dorfes riefen Senegaltschagras. Die Vögel ließen sich jedoch – trotz akustischem Lockens - nicht blicken. Die Ruine eines ehemaligen Hauses wurde mit Ferngläsern und Spektiven nach Steinkäuzen abgesucht. Dabei wurde eine Blaumerle entdeckt, die jedoch leider schnell wieder wegflog – später aber nach längerem Suchens wieder gefunden und fotografiert werden konnte. Ein Männchen des Diademrotschwanzes in einem Opuntienbestand war da schon kooperativer und ließ sich lange beobachten und fotografieren. Auf der gut ausgebauten Landstraße retteten wir zwei Maurischen Landschildkröten das Leben und trugen sie über die Straße. Über diese seltene lokale Unterart Testudo graeca soussensis, die erst 2002 als neue Unterart beschrieben wurde, ist nur wenig bekannt. Die Vogelwelt im Anti-Atlasgebirge allerdings war recht arten- und individuenarm: einige Haubenlerchen, einige algeriensis-Raubwürger, Weidensperlinge, Turmfalken, Hausrotschwanz, Schwarzkehlchen, Einfarbstare, Zilpzalp, die allgegenwärtigen Samtkopf-Grasmücken und in jedem Dorf Graubülbüls waren die Ausbeute. Ein Pärchen Trauersteinschmätzer ließ sich gut beobachten und (eigentlich) auch gut fotografieren. Wir beschlossen deshalb, zurück in den Souss Massa Nationalpark zu fahren.

Atlashörnchen sind schnell, aber auch neugierig (Foto: I.Börold, aufgenommen während einer VOGELZUG-REISE)

Die Vogelwelt im Anti-Atlasgebirge allerdings war recht arten- und individuenarm: einige Haubenlerchen, einige algeriensis-Raubwürger, Weidensperlinge, Turmfalken, Hausrotschwanz, Schwarzkehlchen, Einfarbstare, Zilpzalp, die allgegenwärtigen Samtkopf-Grasmücken und in jedem Dorf Graubülbüls waren die Ausbeute. Ein Pärchen Trauersteinschmätzer ließ sich gut beobachten und (eigentlich) auch gut fotografieren. Wir beschlossen deshalb, zurück in den Souss Massa Nationalpark zu fahren. Am Massa Fluss flogen Kraniche, ein Fischadler, ein Gleitaar und einige Limikolen suchten nach Futter. Besonders hübsch und nah ließ sich ein Paar Zaunammern beobachten und fotografieren.

In der Nähe des Atlantiks konnten wir einen Steinkauz beobachten. Am Strand rasteten mehrere Dutzend Seeregenpfeifer, einige Sanderlinge, wenige Zwergstrandläufer und dutzende Brandseeschwalben. Eine Brandseeschwalbe war farbberingt und die Buchstaben-Zahlenkombination konnte mit dem Spektiv abgelesen werden – sie stammte aus den Niederlanden und wurde dort 2016 beringt. Unter den hunderten Korallenmöwen und Heringsmöwen konnten ebenfalls einige Farbringe abgelesen werden.

26.12.2019:

Fahrt in den Süden. In der (vegetationskundlichen) Halbwüste blieb die Suche nach dem Rennvogel leider erfolglos. Die Halbwüste beherbergte nicht viele Vögel, aber Spezialisten, für die wir hier in den Süden Marokkos gereist sind:  Wüstensteinschmätzer, Fahlbürzel-Steinschmätzer, Berbersteinschmätzer, Wüstenprinie, Braunkehl-Uferschwalben und Theklalerchen. Einige Adlerbussarde der hier vorkommenden cirtensis-Unterart lauerten auf Beute, wie z.B. den häufigen Nordafrikanischen Rennmäusen.

27.12.2019:

Wir hatten den gesamten Vormittag Zeit, um in der z.T. steinigen Halbwüste nach weiteren Spezialitäten zu suchen. Wir wurden auch fündig mit Wüstengimpel und Steinlerchen (die beide zum „Vogel des Tages“ gekürt wurden), Wüstenfalken und den meisten Arten vom Vortag.

Bei einer Teepause im Haus eines marokkanischen Vogelfotografen, direkt am Atlantik, flogen einige Basstölpel und Wüstengimpel kamen zur Wassertränke.

Steinlerche in der Hamadawüste in Süd-Marokko (Foto: I.Börold, aufgenommen während einer VOGELZUG-REISE)

28.12.2019:

Nach einem etwas späteren Frühstück und dem Bezahlen unser verköstigten marokkanischen Weine und Biere ging die etwa 1,5 stündige Fahrt zum Flughafen von Agadir. Unterwegs konnten noch Weidensperlinge, Graubülbüls, Maghreb-Elstern, algeriensis –Raubwürger und Einfarbstare gesehen werden.

Pünktlich erreichten alle TeilnehmerInnen dieser schönen und erfolgreichen Marokkoreise ihre Flugzeuge in die Heimat.

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